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Holda die Wettermacherin
Wenn es schneit schüttelt
Frau Holle ihre Betten - hat mir noch meine Großmutter
als ich noch ein kleines Mädchen war erzählt (eine
andere Variante ist übrigens: wenn es schneit rupft Frau
Holda ihre Gänse). Und damit bin ich sicher keine
ausnahme. Jedes Kind wird Frau Holle als Wettermacherin
als erstes mit dem Schnee assozieren. Aber Frau Holda
kann noch mit vielen anderen Elementen des Wetters in
Verbindung gebracht werden. Sie ist in meinen Augen die
weibliche Seite des Wetters, die Wettermacherin und
Wetterhexe schlechthin: Die Sonnen-Holda Die Sonne war bei den
Germanen das meist verehrte Gestirn, nicht der Mond, wie
es bei anderen Kulturen so oft der Fall ist. Hierbei
fällt vor allem auf, dass - auch im Gegensatz zu vielen
anderen Kulturen - bei den Germanen die Sonne weiblich
ist und der Mond männlich (siehe z. B. franz. "le
soleil" et "la lune" und span. "el
sol" y "la luna"). Der Sonne wurden und
werden Nomen wie Weisheit, Stärke, Reichtum und
Erkenntnis zugeordnet. Die Sonne hat auch eine eigene
Rune, Sowulo, der Mond hingegen keine. Bei der Sonne
wurden Eide abgelegt und ihr zu Ehren Feste gefeiert. Die Wind-Holda
In besonderer Beziehung
steht Holda mit dem Wind. Als Windsbraut stürmt sie
durch die Welt, an Wotans Seite - der als Sturmgott
ebenfalls sehr eng mit dem Wind verbunden ist - führt
sie das wilde Heer durch die Nacht und erzeugt so die
Unwetter. Die Windsbraut ist es auf der anderen Seite
auch, die vom Sturmgott und seiner wilden Jagd verfolgt
wird. Holda gilt auch als Mutter der Moosweibchen und
Waldfrauen, die ebenfalls vom Sturm (vom wilden Jäger
Wotan) gejagd werden. Manchmal ist es die Wolkenfrau und
ihre Schwestern, die vom Wind-Wotan über den Himmel
getrieben werden. Oder aber die Wolken werden von Holda
mit ihren goldenen Spinnrad gesponnen. In manchen
Gegenden heißt es Holda treibe ihre Schafe auf die
Weide, wenn viele Wolken zügig am Himmel fahren. In
einer Gegend in Oberhessen sagte man, genau mittags
führe Holda als tosender Wirbelwind aus einem Brunnen.
Oft würde auch Holdas Gegenwart nur durch einen zarten
Windhauch oder eine plötzliche Windböhe angezeigt, nur
zu besonderen Anlässen zeige sie sich in ihrer
menschlichen, bzw. besser: göttlichen Gestalt. Als
Windsbräute, in Form plötzlich auftretender Brisen und
Böhen, werden auch Holdas Begleiterinnen die Holden
(manchmal auch ganz anders: Elben) - das sind weibliche
Geisterwesen, und/oder Seelen der Verstorbenen -
vorgstellt. Die Nebel-Regen-Holda "Die Nebelfrau kocht"
ist ein bekanntes Gedicht. Als kochende Nebelfrau wurde
wohl auch Holda zuweilen gedacht. Wenn man draußen die
Hand vor lauter Nebel nicht mehr vor Augen sehen konnte,
hieß es Frau Holda säße im Berg und koche in ihrem
riesigen Kessel, dass es nur so dampfte. Bekannt sind
auch die Sagen von "weißen Frauen", die,
gleich den Holden, als Nebelstreif die Männer in die
Irre locken. |
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